Abendmahl

Das Abendmahl wird im Gottesdienstes gefeiert und vergegenwärtigt bzw. erinnert an das Sterben Jesu Christi für die Menschen.

Quelle: Annette Wohlfeil
Die Bibel erzählt:
„Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten wurde und mit seinen Jüngern zu Tisch saß, nahm das Brot, sagte Dank und brach´s, gab´s seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset; das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nach dem Mahl nahm er den Kelch, sagte Dank, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus; das ist mein Blut des Neuen Bundes, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Das tut zu meinem Gedächtnis.“

Regelmäßig wird in den Gottesdiensten der Evangelischen Landeskirche in Baden das Abendmahl gefeiert. Es erinnert uns an das Leben und Sterben Jesu. Das Abendmahl hat viele Dimensionen: Es ist Befreiung und Stärkung zugleich, es ist Frieden mit Gott und Gemeinschaft untereinander, es ist Vergebung der Sünden und Feier einer neuen kommenden Welt. Das Abendmahl ist aber auch Trost in der Einsamkeit. Es ist Dankbarkeit für einen Gott, von dem wir alles haben, und es ist Mahnung, was wir haben, mit anderen zu teilen.

Während der Feier werden Wein oder auch roter Traubensaft und Brot den - z.B. in einem Kreis um den Altar - versammelten Menschen gereicht. Zum Abendmahl sind alle Christinnen und Christen, auch anderer Konfessionen, eingeladen. Näheres dazu erfahren Sie in Ihrem Pfarramt.

Es geht auf das letzte feierliche Mahl Jesu Christi mit seinen zwölf erstberufenen Jüngern am Vorabend seines Todes zurück, an das am Gründonnerstag erinnert wird. Es gehört mit der Taufe zu den für fast alle christlichen Kirchen wesentlichen gottesdienstlichen Handlungen.

Jesu Abendmahl fand im Rahmen eines Passahmahls statt. Die Jünger werden zum Zubereiten des Passahlamms (Ex 12,3–6) an einen vorherbestimmtem Ort in der Hauptstadt gesandt (Mk 14,12–16). Damit steht das Mahl unter dem Vorzeichen der Erinnerung an Gottes Befreiungstat für sein Volk Israel.

  • Jesus übernahm die Rolle des jüdischen Hausvaters, der den ungesäuerten Brotfladen in die Hand nimmt, Gott dafür dankt – wahrscheinlich mit dem jüdischen Lobspruch zu Beginn jeder Mahlzeit: „Gepriesen bist Du, der das Brot aus der Erde wachsen lässt“ –, es in Stücke bricht und diese den Anwesenden herumreicht. 
  • Der Kelch mit Wein entsprach dem dritten Segensbecher bei einem Passahmahl, der nach der Mahlzeit gereicht wurde. 
  • Während sie aßen und tranken, deutete Jesus das Geschehen. „Das ist mein Leib – für euch gegeben. Das ist mein Blut – für die Vielen vergossen zur Vergebung der Sünde. (Matth.26,  26 - 29)
  • Paulus greift diese Überliefung im Brief an die Korinther auf (1. Kor. 11, 23 - 25). Diese Verse werden auch heute noch als die "Einsetzungsworte" Jesu zum Abendmahl verwendet.

Die neutestamentlichen Berichte stellen Jesu letztes Mahl und seine Einsetzungsworte verschieden dar und zeigen damit, dass die Urchristen das Abendmahl auf verschiedene Weise feierten und deuteten.
Der Sinn des Abendmahls ist jedoch bis heute geblieben: Im Teilen von Brot und Wein feiern Christen dabei die geheimnisvolle Gegenwart von Jesus Christus. In den biblischen Gleichnissen gebraucht Jesus das gemeinschaftliche Essen und Trinken als anschauliches Bild für die unmittelbare und heilende Nähe Gottes zu den Menschen. Deshalb wird das Mahl auch heute noch als heilige Handlung (Sakrament) begriffen, durch das die Gläubigen Gemeinschaft mit Gott und untereinander erfahren.

Seit dem Jahr 2001 sind auch Kinder zur Abendmahlsfeier eingeladen.