Barmer Theologische Erklärung

Quelle: evangekisch-widerstand.de

Sie wird daher im Vorspruch der Grundordnung als „schriftgemäße Bezeugung des Evangeliums gegenüber Irrlehren und Eingriffen totalitärer Gewalt“ bejaht. Sie ist ein richtungweisendes Beispiel aktuellen Bekennens.

Gegenüber den zunächst weithin erfolgreichen Bemühungen der Nationalsozialisten, mit Hilfe der "Deutschen Christen" eine politisch "gleichgeschaltete" evangelische "Reichskirche" zustande zu bringen und damit die neue Weltanschauung religiös zu verankern, erhob sich der Widerstand der bekenntnistreuen Pfarrer und Gemeinden, bald auch ganzer Landeskirchen und freier Synoden. Es bildeten sich Bruderräte der "Bekennenden Kirche".
Der Einladung zu einer Bekenntnissynode in Barmen folgten 139 Delegierte aus 25 Landeskirchen. Sie verabschiedeten am 31. Mai 1934 einmütig die Theologische Erklärung, in welcher die Irrlehre der "Deutschen Christen" verworfen und die biblische Wahrheit öffentlich und deutlich neu bezeugt wurde.
Die Barmer Theologische Erklärung gilt damit als zentrales Dokument des Kirchenkampfes in der NS-Zeit, in dem sich evangelische Christen von der Weltanschauung der Nationalsozialisten abgrenzten.

Eine weitere Bedeutung erlangt die Theologische Erklärung von Barmen dadurch, dass sie zum ersten Mal seit der Reformation die Glieder unterschiedlicher Konfessionskirchen zu einem gemeinsamen Bekenntnis zusammengeführt hat.

„Es waren Synodale aus lutherischen, reformierten und unierten Kirchen und Gemeinden, die in Barmen vor 75 Jahren im gemeinsamen Bekennen zusammenfanden und sich damit gegen die ideologische und organisatorische ‚Gleichschaltung’ der Kirche im nationalsozialistischen Staat wehrten.“
(aus dem Vorwort der Arbeitshilfe "75 Jahre Barmer Theologische Erklärung")

Darüber hinaus zeigen die Barmer Thesen,

„wie eine bedrohte und angefochtene Kirche durch die theologische Besinnung auf ihre Grundlage, ihre Gestalt und ihre Aufgabe kritikfähig, im Einzelfall auch widerstandsfähig wird und wie sie dadurch aller Bedrängnis zum Trotz an Kraft und Ausstrahlung gewinnt.“
(aus dem Vorwort der Arbeitshilfe)

Auch nach dem Ende der Bedrängnisse durch den Hitler-Staat muss die Barmer Erklärung Zeugnis und Dienst der evangelischen Kirche prägen, wenn sie vor Erstarrung und feiger Anpassung bewahrt bleiben soll.

 
75 Jahre Barmer Theologische Erklärung

Zum 31. Mai 2009 haben die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), die Union Evangelischer Kirchen in der EKD (UEK) und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) erstmals gemeinsam eine Arbeitshilfe herausgegeben:
Die Broschüre finden Sie auf der Internetseite der EKD.