Fragen zum Instandhaltungsstau und Wiederherstellungswert

Was bedeutet der Instandhaltungsstau, ist darin zum Beispiel die Sicherheitsertüchtigung eines Dachstuhls oder der barrierefreie Ausbau enthalten?

Der Begriff "Instandhaltungsstau" beinhaltet die nicht ausgeführten Instandhaltungen an einem Gebäude, die notwendig gewesen wären, um den baulichen und funktionalen Zustand zu erhalten. Der Instandhaltungsstau beinhaltet keine Modernisierungs- oder Sanierungskosten. Die Sicherheitsertüchtigung eines Dachstuhls ist mit zusätzlichen Maßnahmen verbunden, wie auch der barrierefreie Ausbau. Diese Kosten sind nicht im Instandhaltungsstau enthalten.

Wieviel Substanzerhaltungsrücklage muss gebildet werden ?

Die Substanzerhaltungsrücklage  wird auf Grundlage  der „Rechtsverordnung über die Bildung von Substanzerhaltungsrücklagen (SuberhR-RVO)“  vom 15. November 2011geregelt.

Für die Höhe der für einen Vermögensgegenstand zu bildenden Substanzerhaltungsrücklage ist der Vermögenswert entsprechend den Richtlinien für die Erfassung, Bewertung und Bilanzierung des kirchlichen Vermögens und der Schulden zu ermitteln.  Für Gebäude, die vor dem Stichtag der erstmaligen Eröffnungsbilanz bereits in Betrieb sind, wird der Gebäudewert nach der Formel: Gebäudeversicherungswert  x  Baukostenindex  x  0,8
festgesetzt.

Beispiel: Kirche Musterhausen

Gebäude-Versicherungswert 2014 = 1.981.800 GM (Goldmark)

Baukostenindex = 12,649

Erhaltungswert-Faktor = 80%

Bilanzwert-Gebäude = 20.054.230 € -  410.000€ Orgelwert ( 10.000€ x 41Register )

Bilanzwert-Gebäude 2014 = 19.644.230 € = 19.6 Mio. € wird incl. Abschreibung

von 30 Jahren als Bilanzwert-Gebäude 1984 = 19.6 Mio.€ definiert.

Berechnung der Substanzerhaltungsrücklage :

Abschreibung (siehe Anlage 1, SuberhR-RVO) für Kirchen, fertig gestellt bis 1945                             0,5% = 98.221 €

Die Substanzerhaltungsrücklage der Kirchengemeinde sind in dem Fall 40% Eigenmittel und 20% Darlehen.

Die Substanzerhaltungsrücklage für die Kirche Musterhausen ist in Summe
60% = 58.932 €/ a.

Der Gebäudewert liegt aus unserer Sicht deutlich zu hoch/ zu niedrig.

Als Gebäudewert werden die Wiederherstellungskosten berechnet. Aufgrund der Vielzahl der Gebäude im Liegenschaftsprojekt wurden für die Ermittlungen der Wiederherstellungskosten für verschiedene Gebäudetypen Durchschnittswerte gebildet (Bezugsgröße BGF / Brutto-Grundfläche bzw. BRI / Brutto-Rauminhalt). Die Kennwerte beziehen sich auf die Gebäudetypen  und das Baujahr (bezogen auf den Baupreisindex 1.Quartal 2016). Die Wiederbeschaffungswerte bilden daher nur einen durchschnittlichen Wert ab, der bei einzelnen Gebäuden zu hoch oder auch zu niedrig liegen kann. Betrachtet man aber alle Gebäude eines Bezirkes, so nivelliert sich dieser Gesamtwert wieder aus.

Beim "Instandhaltungsstau" werden die geteilten Baupflichten eines Gebäudes nicht berücksichtigt. Was sagen die Zahlen also aus? Welcher Anteil dieser ermittelten Summe ist für die Kirchengemeinde relevant?

Die Berechnung eines Instandhaltungsstaus bezieht sich immer auf das komplette Gebäude und nicht auf Bauteile von Baupflichten. In der Darstellung des Instandhaltungsstaus kann aber über die Bezifferung einzelner Bauteile, ein für die Kirchengemeinde nachvollziehbarer Instandhaltungsstau ermittelt werden.


 

 
Aktuell

Sonderseiten zum Liegenschaftsprojekt in ekiba intern 10/2016

Download Infoblatt