Glocken

Signale des Glaubens

Quelle: Ulli Naefken / uLNaSTUDIOS.com

Glocken gestern

Vor 5000 Jahren entstanden in Asien die ersten Glocken, die als Signalinstrument, aber auch als Maßeinheit für Getreide genutzt wurden. Über Ägypten und Palästina gelangte das Wissen über Glocken mit irischen Wandermönchen nach Nordeuropa und prägte seither die Struktur des Tages in Klöstern, Städten und Dörfern. Im Mittelalter erreichte die Glockenkultur einen ersten Höhepunkt: Jede Glocke hatte eine eigene Bedeutung: Die eine klang bei Todesfällen, eine andere warnte vor Feuer, andere riefen zum Gebet, zur Gemeindeversammlung oder zum Gericht.

Glocken waren und sind bis heute immer auch Indikatoren für Krieg und Frieden: In dunklen Zeiten von Krieg und Dktatur wurden die Glocken von den Türmen geholt und zu Kanonen umgegossen, in Friedenszeiten entstanden aus Bronze wiederum einzigartige klingende Zeugnisse des Glaubens- und Bürgerlebens. Nach den Verheerungen und Erfahrungen des 1. und 2. Weltkrieges beschafften viele Gemeinden Stahl- statt Bronzeglocken, die zwar nicht mehr so schön klingen aber vermutlich vor künftigen Konfiszierungen sicher sind.

Glocken heute

In der ev. Landeskirche in Baden läuten heute fast 2.500 Glocken. Das Wissen und Verständnis um die Bedeutung und die Verwendung von Glocken muss immer wieder neu ins Bewusstsein gerufen werden, um Sinn und Berechtigung des Läutens in Kirche und Welt zu verankern. Für Christen ist Glockengeläute vorrangig nicht Zeit- und Ereignisansage, sondern Aufforderung zum Gebet, zum Innehalten.

Sie läuten für die Verletzten, die nichts und niemand heilt 
Für die Verirrten, Verwirrten und jeden, der ein ähnliches     Schicksal teilt
Und für jeden verzweifelten Menschen auf der ganzen weiten Welt
Und wir schauten hinauf zu den leuchtenden Glocken der Freiheit.
(Bob Dylan, chimes of freedom)
 

Die älteste erhaltene Glocke Badens stammt aus Bettingen (um 1200), die größte Kirchenglocke Baden-Württembergs befindet sich seit 2004 im Turm der Christuskirche in karlsruhe (f0, 9160 kg, 2,41 m).

Hier sehen Sie den Glockenguß in der Glockengießerei Bachert am 28. April 2016:

Orgel- und Glockenpr├╝fungsamt

Die Mitarbeiter/-innen haben die Aufgabe, die musikalischen und technischen Voraussetzungen zu schaffen, erhalten und weiterzuentwickeln, damit Gebet, Gesang und Meditation als Ausdruck des Glaubens angeregt und unterstützt werden.

Leiter des Amtes:
Dr. Martin Kares, direkt zuständig für die Kirchenbezirke (Nordbaden bis einschl. Baden-Baden)
Evangelischer Oberkirchenrat, Blumenstr. 1-7, 76133 Karlsruhe
Tel.: 0721 9175-304, E-Mail: Martin[dot]Kares[at]ekiba[dot]de

Sekretariat/Sachbearbeitung:
Elisabeth Russy, Heike Ziegler

Weitere Sachverständige:

  • Herbert Deininger, zuständig für Freiburg-West, Emmendingen, Lahr, Kehl, Schopfheim, Lörrach, Müllheim, Hochrhein-West
  • Thomas Pangritz, zuständig für Freiburg-Ost, Konstanz, Offenburg, Überlingen-Stockach, Hochrhein-Ost, Villingen
  • Martin Hauss, zuständig für Geläute in den Kirchenbezirken Heidelberg und Ladenburg-Weinheim

Weitere Fachinformationen zu Glocken erhalten Sie unter www.glocken-online.de