Grabsteingestaltung

Ein Grabstein ist Ort der Trauer und Ort der fortschreitenden Heilung des Schmerzes, ein Ort der Erinnerung und des Loslassens, ein Ort der Klage und der Hoffnung, ein Ort des Gebetes, ein Ort der Begegnung mit anderen Trauernden. Für manche ist er auch ein Ort der Zwiesprache mit den Toten.
 
Nach unserer Erfahrung ist es hilfreich für die Angehörigen, diesen wichtigen Ort mit Bedacht zu gestalten. Wer sich einige Zeit nach dem Tod eines Menschen im Zuge der Auswahl eines Grabsteines Gedanken über eine mögliche Inschrift oder ein Symbol macht, soll im Folgenden einige Anregungen dafür bekommen.
 
Ein Grabstein nimmt vor allem zwei Aufgaben wahr: Zum einen erinnert der Grabstein an den Menschen, der darunter begraben liegt. Das zeigt sich beispielsweise im Namen, Geburts- und Sterbedatum, eventuell auch in einem Symbol für den ausgeübten Beruf oder ein Hobby. Auf diese Weise wird ein Mensch in seiner unverwechselbaren Identität gewürdigt.
 
Darüber hinaus erinnern Grabsteine aber nicht nur an den Toten, sondern auch an die christliche Hoffnung des Lebens über den Tod hinaus. So begründete Luther seine Mahnung zur Einhaltung der Friedhofsruhe nicht nur mit der gebotenen Achtung vor den Toten, sondern auch mit der anzustrebenden Andacht derer, die einen Friedhof besuchen: Sie sollten die Möglichkeit bekommen, „den Tod und die Auferstehung zu bedenken“. Zu diesem Zweck empfahl Luther seinen Zeitgenossen zumindest für die Gestaltung der Friedhofsmauer „andachterweckende Bilder“.
 
Mit einer entsprechenden Inschrift oder einem Symbol wird bei aller Trauer der so überwältigend erscheinenden Macht des Todes etwas entgegengesetzt. „Die Liebe ist stark wie der Tod“, heißt es in der Bibel von der menschlichen Liebe. „Liebe ist stärker als der Tod“ gilt für die göttliche Liebe. Wo ein Grabstein auf die Einzigartigkeit des Menschen verweist und zugleich auf die ewige Bewahrung des Menschen in Gottes Hand, da wird aus dem Gedenkstein auch ein Hoffnungszeichen für die Angehörigen.
 
Bei einem Urnengrab ist der Gestaltungsspielraum schon im Blick auf die Größe des Steines bzw. der Platte eingeschränkt, zumal wenn das Grab in einer Urnenwand liegt. Ein elementares Symbol wird in diesem Fall eher möglich sein als eine Inschrift.
 
Bei einem anonymen Grab ist den Hinterbliebenen die Möglichkeit genommen, einen individuellen Grabstein zu setzen. Wenn auf einem Friedhof kein anonymes Gemeinschaftsgrab vorhanden ist, bleibt als „Gedenkort“ für die Trauernden auf dem Friedhof nur ein allgemeines Friedhofskreuz, eine Sitzbank oder ähnliches.

Christliche Zeichen und Symbole sind eine Glaubensaussage in Kurzform. Sie unterstreichen die Aussage des biblischen Wortes. Sie machen damit auf ihre Weise auf die Hoffnung und den Trost der Hinterbliebenen aufmerksam. Zumeist haben sie ihren Ursprung in der Bildersprache der Heiligen Schrift.
 
 
Ratgeber

"Nicht(s) vergessen - Gut vorbereitet für die letzte Reise" - ein seelsorgerlicher Ratgeber der Landeskirche zur Vorbereitung auf den letzten Lebensabschnitt, auf Bestattung und Trauerfeier.
 
Broschüre downloaden:
6,2 MB