Kirchenmusik im Gottesdienst

Singen und Musizieren als Lob Gottes und als Antwort auf sein Handeln ist ein Auftrag, den schon die Bibel gibt: „Singet dem Herrn ein neues Lied“ (Ps 98), „Lobet ihn mit Posaunen, lobet ihn mit Psalter und Harfen, lobet ihn mit Pauken und Reigen, lobet ihn mit Saiten und Pfeifen“ (Ps 150).

Musik hat die Kirchengeschichte mitgesprägt und bestimmt: Ohne Musik hätte die Reformation Martin Luthers und Johannes Calvins nicht stattgefunden oder wäre zumindest gänzlich anders verlaufen. Seither ist eine evangelische Kirche ohne Kirchenmusik nicht denkbar.

Fenster zum Glauben

Musik ist ein Fenster zum Glauben, sie lässt Raum für individuelle spirituelle Erfahrung. Musik gehört zum Kultus fast jeder Weltreligion.

Theologie und Kirchenmusik sind Zwillinge im Haus der Kirche. Sie brauchen einander, wenn lebendige Gemeinden Gottes frohe Botschaft auf vielfältige Weise lebendig werden lassen wollen. Denn das Evangelium braucht Formen, in denen es ausgedrückt und beantwortet wird – sei es die Predigt, sei es das Kirchenlied, sei es die Orgelmusik, sei es der Gesang der menschlichen Stimme in den unterschiedlichsten Stilen. Eine Kirche ohne Musik wäre daher wie eine Gesellschaft ohne Kultur: Sie wäre chancenlos, einen dem Menschen angemessenen Reichtum an Ausdrucksformen zu entwickeln.

Die Kirchenmusik ist – nach Martin Luther – nicht nur Medium der Verkündigung, nicht nur Antwort auf die frohe Botschaft, sondern zugleich auch „Lehrmeisterin“ des Glaubens – sie vermittelt geistliche Texte, sie schafft ein Repertoire religiöser Sprachfähigkeit und kleidet Traditionen der Kirche in alte und neue Klanggewänder.

Kirchenmusik bringt viele Menschen über die Schwellen unserer Kirchen; Kantoreien und Kirchenchöre, Gospel- und Posaunenchöre binden Menschen in die Gemeinde ein und lassen sie zu aktiven Mitgestaltern des Gemeindelebens werden. Es entsteht Gemeinschaft zwischen denen, die singen und spielen, und denen, die hören. Auch deswegen ist die christliche Gemeinde singende und spielende Gemeinde.

In der öffentlichen Wahrnehmung ist die evangelische Kirchenmusik eine wichtige kulturelle Kraft, obgleich nur 60 Kantorinnen und Kantoren in Baden sie als Beruf ausüben – eine kleine Zahl im Vergleich zu anderen Kultursparten und auch im Vergleich zu anderen kirchlichen Berufsgruppen.

Texte zur Kirchenmusik

Ein Beitrag der Ständigen Konferenz für Kirchenmusik in der evangelischen Kirche von Deutschland zur Bedeutung der Kirchenmusik in Kirche und Gesellschaft (EKD Texte 99).

Das EKD-Magazin zum Themenjahr der Lutherdekade (2012).

Zahlen und Fakten

  • Die etwa 2.700 kirchenmusikalischen Veranstaltungen in einem Jahr besuchen mehr als 372.000 Besucherinnen und Besucher.
  • In den etwa 600 Kirchen- und Gospelchören in Baden singen mehr als 15.000 Sängerinnen und Sänger.
  • In fast 300 Posaunenchören spielen etwa 4.500 Bläserinnen und Bläser.
  • Mehr als 2.300 Musikerinnen und Musiker spielen in 250 Instrumentalkreisen.
  • Auf nahezu 1.000 Orgeln spielen über 1.200 Organist(inn)en.
  • Zu den Gottesdiensten rufen etwa 2.300 Glocken.
  • Insgesamt engagieren sich mehr als 25.000 Ehrenamtliche für die Kirchenmusik in der Evangelischen Landeskirche in Baden.

Weitere Informationen über die vielfältigen Formen von Kirchenmusik in der Landeskirche