Leitbilder

Quelle: ekiba, ekiba

Es waren Mitglieder der Synode, die anlässlich der Haus­haltsberatungen immer wieder danach fragten, von welchen „Kirchenbildern“ sich die Kirchenleitenden bei ihrer Planungsarbeit leiten lassen. Als dann bei der Arbeit im Landeskirchenrat deutlich wurde, dass ein Kommunikations- und Planungsprozess für die Landeskir­che nicht möglich sein würde ohne „Visionen“ der Kirche, entstand der Auftrag, „Leitbil­der für die Zukunft der Evangelischen Landeskirche in Baden“ zu formulieren, den Landesbischof Dr. Ulrich Fischer umsetzte. Weitere Beratungen im Kollegium des Evangelischen Oberkir­chenrats und eine Beratungsrunde im Landeskirchenrat folgten.

„Präsens der Zukunft“
Es wurden Leitbilder für die Zukunft unserer Landeskirche entwickelt, die bewusst bibli­sche Verheißungen und Bilder aufnehmen und diese in ihrer Relevanz für die Sozial­gestalt unserer Landeskirche bedenken. Diese Leitbilder sind bewusst prä­sentisch formuliert, um den künftigen Zustand der Kirche verlockend zu beschreiben und weniger normativ einzufordern. Das hier gewählte Präsens ist ein „Präsens der Zukunft“, denn in der grammatikalischen Form des Präsens wird in bildhafter Form die Zukunft der Kirche beschrieben, die zwar an die Gegenwart anknüpft, dann aber ent­scheidend über sie hinausgeht. Die Leitbilder sind also nicht realitätsfern, aber sie beinhalten einen „Überschuss zur Realität“.

  • Wanderendes Gottesvolk...
  • Haus der lebendigen Steine...
  • Teil des weltweiten Leibes Christi...
  • Salz der Erde...

Das sind die biblischen Leitbilder, an denen sich die Evangelische Landeskirche in Baden in den nächsten Jahren orientieren und ihre Arbeit ausrichten will.

Teil des wandernden Gottesvolkes

Quelle: ekiba

Die Evangelische Landeskirche in Baden weiß sich als Teil des wandernden Gottesvolkes (Hebr 4,9; 13,14) von Gott berufen. Auf dem Weg durch die Zeiten hin zum Ziel des Reiches Gottes steht sie unter der Verheißung der Gegenwart Christi bis ans Ende der Welt. Sie weiß sich als Gemeinschaft gestärkt durch die Wegzehrung, die Gott ihr in Wort und Sakrament schenkt.

Unter dieser Perspektive nimmt die Evangelische Landeskirche in Baden ihren missionarischen Auftrag wahr, Gottes Leben schaffende Kraft und seine Liebe den Menschen in Wort und Tat einladend zu bezeugen. Ihre Orte entwickeln sich zur geistlichen Heimat für ganz unterschiedliche Menschen, die hier Gemeinschaft pflegen, liebende Zuwendung finden und Gottesdienste feiern. Diese Gottesdienste nehmen in der Vielfalt ihrer Formen die verschiedenen gesellschaftlichen Milieus wahr. Menschen jeden Alters werden in diesen Gottesdiensten gestärkt, finden Lebensorientierung und erfahren Beheimatung auf Zeit. Ehrenamtlich und beruflich Tätige nehmen in einer Atmosphäre des Vertrauens gemeinsam Verantwortung für die ganze Kirche wahr, indem sie sich team- und gabenorientiert einbringen. Das Priestertum aller Getauften wird so überzeugend gelebt, dass Menschen dieser Kirche gern angehören.
 

Das Haus der lebendigen Steine

Quelle: ekiba
 Als Haus der lebendigen Steine (1 Petr 2,5) versteht sich die Evangelische Landeskirche in Baden als eine Kirche lebendiger geistlicher Orte. Ihre Gestaltungskraft gewinnt sie aus einer demütigen Haltung, die sich der begrenzten Reichweite eigenen Planens und Tuns bewusst ist.
 
Das geistliche Leben entfaltet sich in der Evangelischen Landeskirche in Baden an vielfältigen Orten: In ihren Ortsgemeinden leistet sie einen heilsamen Dienst der Begleitung von Menschen an wichtigen Stationen ihres Lebens. Neben den Ortsgemeinden stehen nichtparochiale Gemeindeformen. Von unterschiedlich profilierten Zentren gehen spirituelle und kulturelle, diakonische und politische Impulse aus. Orte, an denen vielfältige kirchliche Arbeit gebündelt wird, haben große Ausstrahlung und motivieren zu Dienstgemeinschaften auf allen kirchlichen Ebenen. Für diesen Weg zu einer Kirche lebendiger geistlicher Orte setzt die Landeskirche - vorbereitet auf den Rückgang der Kirchensteuer - das ihr anvertraute Geld verantwortungsvoll ein.
 

Glied des weltweiten Leibes Christi

Quelle: ekiba

„Solchermaßen in sich einig und mit allen Christen in der Welt befreundet“ weiß sich die Evangelische Landeskirche in Baden als Glied des weltweiten Leibes Christi (Röm 12; 1 Kor 12). Die ökumenische Gemeinschaft lebt sie im Miteinander mit Kirchen an anderen Orten der Welt ebenso wie mit Kirchen anderer Konfessionen im eigenen Land.

In einer Kultur des Dialogs trägt die Evangelische Landeskirche in Baden dazu bei, das Christliche in unserer Gesellschaft lebendig zu erhalten. Lebend aus der Verheißung, die zuerst an das Volk Israel ergangen ist und wissend um die Vielfalt ihrer christlichen Quellen, bringt sie ihr evangelisches Profil und die Schätze ihrer Tradition selbstbewusst ein. Sie nimmt Fragen der Zeit auf, regt Menschen zum Lesen der Bibel und zu ihrer Auslegung an und befähigt sie, ihren Glauben in der Sprache der Gegenwart zu bezeugen. Dabei lässt sie sich vom Respekt gegenüber anderen christlichen Konfessionen und anderen Religionen leiten. Sie trägt durch ihre ökumenisch orientierte Bildungsarbeit zur Verständigung zwischen Menschen verschiedenen Glaubens bei und weiß sich eingebunden in die Lerngemeinschaft der weltweiten Kirche Jesu Christi. Sie investiert in die eigene kirchliche wie in die schulische Bildungsarbeit und unterstützt die anderer mit ihr ökumenisch verbundener Kirchen.

Als Salz der Erde

Quelle: ekiba

Als Salz der Erde (Mt 5,13) hat die Evangelische Landeskirche in Baden Anteil an dem Auftrag, die „Botschaft von der freien Gnade Gottes auszurichten an alles Volk“ (Barmen 6) und damit für Gottes gnädige Gerechtigkeit in allen Bereichen des Lebens einzutreten.

Mit ihren unterschiedlichen Diensten ist die Evangelische Landeskirche in Baden für alle Menschen da. Mit ihrer Arbeit wirkt sie heilend, versöhnend und wegweisend in der Gesellschaft. In Dienstgemeinschaften von spirituell und sozial kompetenten Haupt- und Ehrenamtlichen, selbstständig oder in Gemeinschaft mit nichtkirchlichen Organisationen eröffnet sie Räume zur Gestaltung des Lebens in Frieden und Gerechtigkeit und zur Bewahrung der Schöpfung. Sie macht Gottes gnädige Gerechtigkeit im gesellschaftlichen Alltag wie im persönlichen Leben erfahrbar. Sie begleitet Menschen seelsorgerlich und diakonisch durch Höhen und Tiefen ihres Lebens. Sie weiß sich in der Einen Welt den Menschen in nah und fern verbunden und hilft, die Teilhabe aller an den Gaben der Schöpfung zu ermöglichen. Ihre diakonische Arbeit im eigenen Land hat eine missionarische Ausstrahlung, weil in ihr die Einheit von Verkündigung durch Wort und Tat eindrücklich erfahren wird.

 
Ansprechpartner

Pfr. Alexander Herzfeld
EOK - Referat 1
Blumenstraße 1-7
76133 Karlsruhe
 
Tel.: 0721 9175-116

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