Migration

Was ist Migration?

Migration wird vom Bundesamt für Migration und Flucht als eine räumliche Verlegung des „Lebensmittelpunkts“ definiert. Dazu gehört sowohl die Binnenmigration (innerhalb eines Landes) als auch die internationale Migration (über Staatsgrenzen hinweg). Emigration bzw. Immigration geschieht aus unterschiedlichen Gründen. So migrieren Menschen freiwillig – z.B. weil sie sich von der neuen Heimat bessere Lebensstandards durch höhere Jobchancen oder bessere Gesundheits- und Bildungssysteme erhoffen – oder unfreiwillig. Zu letzterem werden Flüchtlinge, die beispielsweise vor politischer Verfolgung fliehen, oder auch Opfer von Menschenhandel oder Ähnlichem gezählt.

Deutschland ist schon seit über 100 Jahren ein Migrationsland. Vor und nach den beiden Weltkriegen kamen Millionen von sogenannten „Gastarbeiter/-innen“ nach Deutschland, viele blieben für immer. Später kamen Aussiedlerinnen und Aussiedler aus ehemals deutschen Gebieten. Heute leben hier Menschen unterschiedlichster Herkunft, Kultur und Religion zusammen.

Im Jahr 2014 ist Baden-Württemberg das Flächenbundesland mit dem zweithöchsten Anteil von Bewohnern/-innen mit Migrationshintergrund. Ca. 27% der Bevölkerung hat Migrationshintergrund, also fast jede/-r Dritte. 2014 sind ca. 250.000 Menschen aus dem Ausland nach Baden-Württemberg zugezogen, gleichzeitig sind aber auch ca. 165.00 Menschen ins Ausland weggezogen. Der größte Anteil dieser Zuwanderinnen und Zuwanderern sind EU-Bürger/-innen, die von ihrem Recht auf Freizügigkeit Gebrauch machen. Ansonsten finden viele ausländische Studierende, internationale Fachkräfte, Migranten/-innen, die über Familienzusammenführungen kommen, Flüchtlinge u.A. ihren Weg nach Baden-Württemberg.

2015 hat besonders die Zahl der Flüchtlinge stark zugenommen (ca. 100.000 Asylzugänge in BW, von denen ca. 60 % nach Abschluss des Asylverfahrens längerfristig in Deutschland bleiben werden). Die anderen Zuwanderungsgruppen stellen aber nach wie vor den größeren Anteil an Zuwanderung dar. Weitere Informationen zu Flüchtlingen, rechtlichen Hintergründen, Möglichkeiten Flüchtlinge zu unterstützen und mehr finden Sie unter Flucht und Flüchtlinge.

Was ist die Aufgabe der evangelischen Kirche in Bezug auf Migration?

Schon die Bibel lässt sich als Geschichtsbuch über die Migration von Menschen lesen. Ob die Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies, der Auszug der Israeliten/-innen aus Ägypten oder auch Jesu eigene Flucht mit seiner Familie nach Ägypten um der Verfolgung Kaiser Herodes zu entkommen – überall finden sich Geschichten über die Wanderung von einem Ort zu einem anderen. Auch Christen/-innen haben oft unter Unterdrückung und Verfolgung gelitten und in einigen Teilen der Welt tun sie das auch heute noch. Aus diesem Teil der Geschichte und durch die vielen eindeutigen Bibelzitate, in denen Christen/-innen zur Verantwortung und Nächstenliebe gegenüber ihren Mitmenschen gerufen werden, geht die Notwendigkeit der Kirche und ihrer Diakonie hervor, sich heute für Migrantinnen und Migranten einzusetzen und sie auf dem langen Weg des In-Deutschland-Ankommens zu unterstützen.

Auf den folgenden Seiten finden Sie Informationen zu:

Arbeitsmigration

Aussiedler/-innen

Frauen und Kinder

Illegalität


Fachlexikon des IQ-Netzwerkes - Faktenwissen rund um den deutschen Arbeitsmarkt – von A wie
Arbeitsmigration bis Z wie Zuwanderungsgesetz

unter www.alex-iq.de __________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

Grundsatzposition: Diakonie in der Einwanderungsgesellschaft