Was ein Pfarrer, eine Pfarrerin tut:

Blick in die vollbesetzte Kirche in Renchen; Quelle: Annette Wohlfeil
Gottesdienste gestalten
Die wohl bekannteste Aufgabe von Pfarrerinnen und Pfarrern ist der Sonntagsgottesdienst. Dieser lebt von Traditionen, die über zwei Jahrtausende in der Kirche gewachsen sind. Zugleich verändert er sich ständig, um den verschiedenen Generationen, Interessen und Anlässen zu entsprechen. Neue Formen entstehen neben dem 'normalen' Sonntags-10-Uhr-Gottesdienst. Beerdigung und Taufe, Meditation, Friedensgebet und Trauung, Krabbel- und Schulgottesdienst, Gospelgottesdienst, .... Pfarrerinnen und Pfarrer sind dafür verantwortlich, das gottesdienstliche Leben mit Herz und (theologischem) Verstand zu gestalten.

Unterrichten
Pfarrerinnen und Pfarrer unterrichten Schülerinnen und Schüler im Religions- und Konfirmationsunterricht. Sie laden ein zu Glaubenskursen; sie bieten Taufunterricht für Erwachsene an. Eine umfassende Bildung von Kopf, Herz und Gewissen für alle ist ein wichtiges Anliegen der evangelischen Kirchen.

Ein kleines Unternehmen führen
Nicht erst in Zeiten knappen Geldes haben Pfarrerinnen und Pfarrer gemeinsam mit dem Ältestenkreis oder einer Synode die Aufgabe zu leiten. In einer Gemeinde arbeiten Menschen hauptamtlich: im Pfarrsekretariat, in der Raumpflege, als Kirchendiener, in Kindergärten oder Sozialstationen. Da ist die Fähigkeit gefragt, Personalverantwortung zu übernehmen. Der Haushalt ist zu planen, Gebäude sind zu unterhalten, Kirchen zu restaurieren. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind zu begleiten. Nur wer kooperativ, teamfähig und zugleich zielbewusst ist, wird in der Vielzahl der Erwartungen und Aufgaben, einen guten Weg mit der Gemeinde gehen.

Öffentlich für Kirche und das Evangelium einstehen
Pfarrerinnen und Pfarrer haben ein Amt, das in der Öffentlichkeit geschätzt wird. Die Erwartungen an Kirche und die, die sie vor Ort repräsentieren, sind hoch, nicht erst in besonderen Notlagen. Wo Ungerechtigkeit herrscht, erwarten viele, dass Pfarrerinnen und Pfarrer helfen, etwas unternehmen und sich mit der Gemeinde diakonisch und politisch engagieren. Nah bei den Menschen vor Ort und ihren konkreten Fragen sollen Pfarrerinnen und Pfarrer sein und zugleich einen weiten Horizont haben, die Ökumene nicht aus den Augen verlieren.

Für die Seelen sorgen
Menschen brauchen an vielen Punkten ihres Lebens Begleitung: als Einzelne, als Familien, als Betroffene in Gruppen. Pfarrerinnen und Pfarrer sind theologisch und seelsorgerlich geschult, um Gespräche zu führen, zu beraten und zu trösten, sei es nach der Geburt eines Kindes, bei der Heirat, während einer Krankheit, bei einem Todesfall oder in Lebenskrisen.

... und was er oder sie dazu braucht:

Interesse an Menschen
Freude am Gestalten von Beziehungen
Freiheit
Freude am Glauben
Mut zum Zweifel
Interesse an der Bibel
Freude am theologischen Denken und Gespräch
Durchhaltevermögen
Kreativität
Gespür für Traditionen
Theologische Kenntnisse und Einsichten
Teamfähigkeit
Neugierde
Einfühlsamkeit
Hilfsbereitschaft
Interesse an fremden Kulturen
Freude an Sprachen
Flexibilität
Eigenständigkeit