Reformationszeit

Thesenanschlag bis Augsburger Religionsfrieden (1517-1555)

1517
95 Thesen Martin Luthers gegen den Ablass: Beginn der Reformation.

1518
Luthers Disputation in Heidelberg. Teilnehmer sind u.a. Martin Bucer und Johannes Brenz.

1521
Wormser Reichstag: Luther wird geächtet, seine Schriften werden verboten. Auf der Wartburg übersetzt er das Neue Testament in die deutsche Sprache.

1522-1524
Jakob Otter als Reformator in Kenzingen.

1523
Beginn der Reformation in Konstanz durch Ambrosius Blarer.

1524
Bucer wird Pfarrer in Straßburg. Beginn des Abendmahlstreits zwischen Zwingli und Luther.

1525
Blutig niedergeschlagene Bauernaufstände in Südwestdeutschland.
Reichsritter führen die Reformation im Kraichgau ein.

1528
Lutherische Kirchenordnung in Wertheim eingeführt.

1529
Abschaffung der Messe in Straßburg. Reichstag zu Speyer: Protest der evangelischen Stände gegen die Beschlüsse des Reichstags („Protestanten“). Marburger Religionsgespräch zwischen Luther und Zwingli (unter Beteiligung von Bucer und Melanchthon): Spaltung der reformatorischen Bewegung.

1530
Reichstag zu Augsburg: die lutherischen Reichsstände legen Kaiser Karl V. die „Confessio Augustana“ (verfasst von Melanchthon) vor, Straßburg, Konstanz, Memmingen und Lindau die „Confessio Tetrapolitana“ (verfasst von Bucer und Wolfgang Capito). Gründung des Schmalkaldischen Bundes.

1531
„Zuchtordnung“ von Konstanz.

1535
Teilung der Markgrafschaft Baden in die Teilmarkgrafschaften Baden-Pforzheim (später: Baden-Durlach) und Baden-Baden.

1536
„Wittenberger Konkordie“: Einigung der Oberdeutschen mit Luther in der Abendmahlsfrage.

1540
Philipp Melanchthon verfasst die Confessio Augustana variata.

1545
Gengenbacher Katechismus.

1545
Einberufung des Konzils von Trient: Beginn der Gegenreformation.

1546
Tod Luthers. Anfang des Kriegs Karls V. gegen den Schmalkaldischen Bund.

1546
Beginn der landesherrlichen Reformation in der Kurpfalz unter Kurfürst Friedrichs II. von der Pfalz.

1547
Niederlage des Schmalkaldischen Bundes.

1548
Augsburger Interim. Karl V. zwingt die lutherischen Stände, die katholischen Riten und Zeremonien wieder einzuführen. Konstanz weigert sich und verliert nach der Eroberung durch Karl V. ihre Reichsfreiheit und wird zwangskatholisiert.

1552
Aufhebung des Augsburger Interims. Mit dem Passauer Vertrag einigen sich die katholischen und lutherischen Reichsstände.

1555
Augsburger Religionsfrieden: reichsrechtliche Anerkennung der Confessio Augustana und damit des lutherischen Bekenntnisstandes (nicht des reformierten!) neben dem katholischen. Die Untertanen müssen dem Bekenntnis des Landesherrn folgen („cuius regio, eius religio“).

 

Zweite Reformation und Konfessionalisierung

1556-1648: Bis zum Ende des Dreißigjährigen Kriegs

1556
Kurfürst Ottheinrich führt in der Kurpfalz die lutherische Reformation durch (Kirchenordnung vom 4. April).

1556
Markgraf Karl II. führt in der Markgrafschaft Baden-Pforzheim die lutherische Reformation durch (Kirchenordnung vom 1. Juni).

1562
Erste Ansiedlung reformierter Glaubensflüchtlinge (Wallonen) in der Kurpfalz.

1563
Heidelberger Katechismus; Übergang der Kurpfalz zum Calvinismus durch Kurfürst Friedrich III. Einführung der Confessio Augustana variata.

1572
Hinrichtung des Johannes Sylvanus in Heidelberg im Kampf gegen die Antitrinitarier.

1576
Kurfürst Ludwig VI. führt in der Kurpfalz wieder das Luthertum ein.

1583
Pfalzgraf Johann Casimir, Administrator und Vormund seines Neffen Friedrich IV., stellt wieder den Calvinismus her.

1590
Emmendinger Religionsgespräch.

1599
Stafforter Buch: Versuch des Markgrafen Ernst Friedrich, ein reformiertes Bekenntnis in der Markgrafschaft Baden-Durlach einzuführen.

1604
Ernst Friedrich stirbt bei dem Feldzug gegen Pforzheim.

1619
Die Böhmen wählen den Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz zum König, der dies annimmt und nach Prag zieht. Damit verbunden ist der Beginn des Dreißigjährigen Kriegs.

1620
Friedrich V. (der „Winterkönig“) verliert die Schlacht am Weißen Berge bei Prag. Markgraf Georg Friedrich von Baden war einer der wenigen, der ihn unterstützte.

1622
Der Habsburger General Tilly erobert Heidelberg. Die Bibliothek der Universität (Bibliotheca Palatina) wird nach Rom verschleppt.

1648
Frieden von Münster und Osnabrück (Westfälischer Frieden): Ende des Dreißigjährigen Krieges. Das Reformiertentum wird als dritte Konfession anerkannt.