Reisebericht Ungarn 2017

Begegnungs- und Studienreise nach Ungarn, 28.10.-04.11.2017

„Mehr als Puszta und Paprika“

„Schön, dass du da bist“, so begrüßten sich 12 erwartungsvolle und reisefreudige Teilnehmer am Karlsruher Hauptbahnhof am frühen Samstagmorgen des 28. Oktober 2017.

Gute, kurzweilige Gespräche, abwechslungsreiche Landschaft – mal Ebene, mal schneebedeckte Berge – ließen die 11-stündige Bahnfahrt über München, Salzburg, Wien bis Budapest gut ertragen. Im Voraus bestellte Taxis brachten uns durch die stimmungsvoll beleuchtete Millionenstadt zu unserem Quartier im ökumenischen Zentrum. Die erste Überraschung war, dass dieses Zentrum nur Übernachtung und Frühstück anbot, so dass das Abendessen auswärts stattfinden musste. Dankenswerterweise begleitete uns ein Diakon. Noch hatten wir keine ungarische Forint und doch durften die meisten von uns guten Gewissens „schwarz“ Straßenbahn fahren, da EU-Bürger ab dem 65. Lebensjahr öffentliche Verkehrsmittel in Ungarn landesweit kostenlos benutzen dürfen. Welch ein Luxus für uns!

Wir waren sehr betroffen von der existentiellen Armut der Roma und der fehlenden gesundheitlichen Versorgung, die wir in Debrecen in der Roma-Mission kennen gelernt haben. Ungarn hat etwa 10 Mill. Einwohner, davon etwa 1 Mill. Roma. Solange sie noch jünger sind als 65, sind sie von der Vergünstigung freier Bus-, Bahn- und Schifffahrt ausgeschlossen.

Zum Gottesdienst am folgenden Sonntag in der Deutschen Ungarisch-Lutherischen Gemeinde in Budapest mussten wir mit Straßenbahn und Bus den Weg selber finden. Dank GPS und kurzer Rücksprachen per Telefon mit dem evangelischen Pfarrer fand unser Reiseleiter Walter Vehmann den Weg zur evangelischen Kirche auf dem Burgberg. Bewundernswert! Denn wer kann schon ungarisch lesen und sprechen…? Wobei wir aber bald merkten, dass viele Ungarn hervorragend deutsch sprechen. Durch unseren ungarischen Reiseleiter Peter erfuhren wir, dass im Rahmen der planmäßigen Wiederbesiedlung nach den Türkenkriegen ab 1700 n.Chr. viele Donauschwaben durch die Kaiserin Maria Theresia und Kaiser Franz I. in Ungarn angesiedelt wurden.

Sehr beeindruckend war der Reformationsgottesdienst in der evangelischen Kirche. Wir tauchten in ein ungarisches „Sprachbad“ und konnten trotzdem „Ein feste Burg“ und viele andere Lieder mitsingen. Etwas ungewohnt war für uns, dass der Festgottesdienst mit der ungarischen Nationalhymne beendet wurde.

Die hervorragenden und informativen Stadtführungen auf dem Burgberg zur Matthiaskirche, der Krönungskirche von Franz Josef I. und Sissi, und zur Fischerbastei mit dem grandiosen Ausblick über die Donau, die hier schon 300 m breit ist, zu dem flachen Pest mit dem Parlament, der Oper und den vielen Brücken waren einfach fantastisch schön. Das Auge konnte sich kaum satt sehen!

In Debrecen, dem „Rom des Calvinismus“ besticht die monumentale Große Reformierte Kirche allein schon durch ihr Aussehen, sowohl innen als auch außen. Erinnert der Kirchensaal doch stark an die weiße, schlichte Ausstattung des Kirchensaales der Herrnhuter Gemeinde.

Ein wunderschöner Tagesausflug brachte uns an das Donauknie etwa 30 km nördlich von Budapest. Esztergom: Von der Basilika herrlicher Blick auf die Donauschleife mit Blick in die Slowakei, 250 Jahre Königspfalz und Residenz der ungarischen Erzbischöfe. Visegrad = Aussichtspunkt auf ca. 800 m Höhe über der Donau. Anschließend Weiterfahrt zu dem malerischen Künstlerort Szentendere = St. Andreas.

Wir danken Herrn Vehmann ganz herzlich für die intensive Vorbereitung und die unzählig vielen Telefonate und Vorgespräche für die gelungene Studien- und Begegnungsreise nach Ungarn.

Jane und Rolf Eilers, im November 2017

 
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