Taufe, Patenschaft und Anstellung

Zur Anerkennung der Taufe von christlichen Gemeinden und Gemeinschaften in unserer Landeskirche

 

In einer Gemeinde in Baden hat die Pfarrerin soeben ein Baby getauft. Sie macht mit ihm eine Runde durch die Kirche: „Ich stelle Ihnen hier unser neues Gemeindemitglied vor“, sagt sie lächelnd zu den Menschen in den Kirchenbänken. Und zu dem Säugling: „Siehst du, das hier ist deine Gemeinde.“ Eine kleine Geste, die so in einer Adventisten- oder Pfingstgemeinde nicht möglich wäre, denn diese erkennen nur Erwachsenentaufen an.
 
Außerdem stellt sich die Frage, welche Taufen in Gemeinden, die nicht zur Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen gehören, überhaupt von unserer Evangelischen Landeskirche in Baden anerkannt werden. Sie stellt sich vor allem vor der Konfirmation von Jugendlichen, die in einer anderen Kirche getauft wurden, und beim Eintritt in die badische Landeskirche.

Ganz klar ist: Die Taufen aller Kirchen, die gemeinsam in der ACK verbunden sind, werden auch bei uns akzeptiert. Das wurde dokumentiert in der Magdeburger Erklärung zur gegenseitigen Anerkennung der Taufe (2007), die von elf ACK-Kirchen unterschrieben wurde. Darin heißt es: Wir erkennen „jede nach dem Auftrag Jesu im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes mit der Zeichenhandlung des Untertauchens im Wasser bzw. des Übergießens mit Wasser vollzogene Taufe an und freuen uns über jeden Menschen, der getauft wird. Diese wechselseitige Anerkennung der Taufe ist Ausdruck des in Jesus Christus gründenden Bandes der Einheit (Epheser 4,4–6). Die so vollzogene Taufe ist einmalig und unwiederholbar.“

Gemeinden mit Erwachsenentaufe
Diese Erklärung wurde leider nicht von jenen ACK-Kirchen angenommen, zu deren Lehre und Glaube die Erwachsenentaufe gehört. Nach wie vor ist die Akzeptanz der Kindertaufe bei Baptisten umstritten. Adventisten und Pfingstgemeinden, die jeweils mit Gaststatus in der ACK vertreten sind, können sich nicht dazu durchringen, die Kindertaufe als eine Möglichkeit des Christ-Werdens zu akzeptieren. Im Interesse der Gemeinsamkeit aller Christen und des ökumenischen Grundsatzes wäre zu wünschen, dass das Gemeinsame wichtiger und stärker ist als das Trennende. Das ändert aber nichts an unserer eigenen Haltung, denn die Erwachsenentaufe wird nach evangelischem Verständnis auch „rite“, d. h. nach den Kriterien der Bibel und der Bekenntnisse, vollzogen. Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) gibt in ihrem „Handbuch Religiöse Gemeinschaften“ (6. Auflage 2006) jeweils Hinweise, ob die Taufe einer Gemeinschaft anerkannt wird oder nicht. 


Im Blick auf die am häufigsten bei uns vertretenen Gemeinden gilt:

Anerkannt werden die Taufen von
~ ACK-Mitgliedskirchen
~ Freien Gemeinden pfingstlicher, charismatischer oder evangelikaler Prägung
~ katholisch-apostolischen Gemeinden
~ der Neuapostolischen Kirche
~ den Siebenten-Tags-Adventisten

Nicht anerkannt werden Taufen folgender Gemeinschaften:
~ Freie Christengemeinschaft
~ Mormonen
~ Unitarier
~ Universelles Leben
~ Zeugen Jehovas

Keine Taufe kennen die Christliche Wissenschaft, sog. esoterische Gesellschaften (Anthroposophie, Rosenkreuzer, Theosophie), Fiat Lux und die Lorber-Gesellschaft.

Wer also in einer Gemeinschaft der zweiten Gruppe getauft wurde oder aus einer der Sondergemeinschaften der dritten Gruppe ausgetreten ist, muss vor dem Eintritt in die evangelische Kirche getauft werden.

Grundsätzlich gilt aber auch: Anfragen zur Taufe sind oft mit seelsorglichen Anliegen verbunden. Die Pfarrerin oder der Pfarrer vor Ort kann Sie beraten und ggf. eine besondere Lösung im gegenseitigen Einverständnis finden.

Zu dem Thema Taufbegehren von Asylsuchenden und Flüchtlingen gibt es eine fachkundige Beratung im Bereich Migration und Islamfragen. (Annette Stepputat und Jürgen Blechinger

 

(Text von Pfr. Dr. Jan Badewien, ehem. Landeskirchlicher Beauftragter für Weltanschauungsfragen der badischen Landeskirche in der Bearbeitung von Pfr. Dr. Gernot Meier)

 
 

ACK - Klausel

Für die badische Landeskirche gilt ein besonderes Recht bei der Anstellung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Informationen hierzu erhalten Sie von dem örtlichen Anstellungsträger und natürlich auch vom Evangelischen Oberkirchenrat in Karlsruhe. Es ist sehr wichtig, dass Sie alle Informationen vor jeder beabsichtigten Anstellung einholen um gravierende Probleme zu vermeiden.

Bitte beachten Sie bei Anfragen auch den Text der Arbeitsgemeinschaft der Christlichen Kirchen (ACK) zur sog. "ACK- Klausel".

 
Ansprechpartner
Quelle: Gernot Meier
Pfarrer Dr. Gernot Meier
Studienleiter für Wissenschaft, Kultur, Medien und Weltanschauungen
Telefon: +49 721 9175 315
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