Inhalt und Einführung
- Definitionen und Lexikalisches
- Allgemeines zum Antisemitismus
- Unterrichtshilfen Antisemitismus
- Antisemitismus in der Bundesrepublik
- Antisemitismus in Europa
- Antisemitismus im Internet
- Antisemitismus und evangelische Kirche
- Antisemitismus und badische Landeskirche
Das Gespenst des Antisemitismus geht immer noch herum – mittlerweile in ganz Europa. Die folgende Recherche zeigt eine Reihe von wissenschaftlichen Texten, Dokumentationen, Unterrichtshilfen und Filmen, die sich alle kritisch mit der Geschichte und Gegenwart des Antisemitismus auseinandersetzen.
Die Ergebnisse decken ein riesiges und unübersichtliches Gebiet ab, aus dem nur einzelne Dokumente herausgegriffen wurden. Einiges ist dafür geeignet, direkt im Unterricht mit Schülern verwendet zu werden. Anderes dient der allgemeinen Information, wieder anderes der Unterrichtsvorbereitung. Alle Dokumente sind mit Links zu den entsprechenden Fundstellen im Netz versehen.
Am Anfang stehen Definitionen des Antisemitismus (01), die auch für Jugendliche geeignet sind. Es hat sich eingebürgert, von Arbeitsdefinitionen des Antisemitismus zu sprechen. Umstritten ist stets das Verhältnis von historischem Antisemitismus und Antijudaismus zu gegenwärtigen Phänomenen des Antisemitismus sowie die Frage, ob Kritik am Staat Israel, an seiner Politik gegenüber den Palästinensern schon zum Antisemitismus zu rechnen ist.
Insgesamt kann man sagen, daß der Antisemitismus sich in den letzten Jahrzehnten (02) stark gewandelt hat. Der historische, offene und ungeschönte Antisemitismus der Nationalsozialisten ist zu einem stärker verdeckten, schwerer zu entlarvenden Antisemitismus geworden. Die Trägergruppen haben sich verschoben. Antisemitische Äußerungen sind, auch wegen der bestehenden Gesetze, ins Internet ausgewandert, wo es leichter ist, sich anonym und damit sicher vor Strafverfolgung zu äußern. Der Antisemitismus hat eine europäische Dimension angenommen und betrifft in allen Ländern unterschiedliche Formen jüdischen Lebens, von Schmierereien auf Synagogenwänden und auf den Grabsteinen jüdischer Friedhöfe bis zu offenen, gewalttätigen Attacken auf Menschen, die eine Kippa tragen.
Es sind bestehende hervorragende Unterrichtshilfen vorhanden, insbesondere diejenige, die der Zentralrat der Juden in der Bundesrepublik gemeinsam mit der Kultusministerkonferenz zur Verfügung stellt. Diese Unterrichtshilfe (03) läßt sich unmittelbar samt Arbeitsblättern und Bildern im Unterricht einsetzen.
Über den gegenwärtigen Stand des Antisemitismus informieren umfassend und in allen Facetten die beiden Berichte der Expertenkommission, die deutsche Bundestag (04) eingesetzt hat. Sie verbinden demoskopische Daten mit unterschiedlichen sozialwissenschaftlichen, kriminologischen und politischen Forschungsansätzen.
Daß Antisemitismus (und im übrigen Rassismus) kein ausschließlich deutsches, sondern ein europäisches Phänomen ist, zeigt sehr gut eine Fernsehdokumentation des WDR (05). Andere Länder haben schon länger mit der Einsetzung von Beauftragen für den Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus reagiert, so zum Beispiel Frankreich. Und seit neuestem liegen auch demoskopische Daten zu antisemitischen Phänomenen auf europäischer Ebene vor.
Antisemitische Phänomenen zeigen sich nicht mehr so stark in gedruckten Publikationen, dafür aber um so mehr in sozialen Medien (06), in den Kommentarspalten von Zeitungsartikeln, überall dort, wo man die Möglichkeit hat, sich vermeintlich ungeschützt und anonym zu äußern. Entsprechende Untersuchungen berücksichtigen auch diesen Aspekt.
In der evangelischen Kirche ist in den vergangenen Jahren verstärkt die historische Dimension des Antisemitismus (Nationalsozialismus, Luthers Judenfeindschaft, Diskussion um die Geltung des Alten Testaments im Christentum) behandelt worden. Erst langsam wendet man sich von der historischen Dimension ab und gegenwärtig aktuellen Phänomenen zu. Ausdruck dieser Neuorientierung sind schon die Broschüre der EKD (07) und im Grunde auch der Rheinischen Landeskirche. Der Beitrag des Berliner Bischofs Markus Dröge faßt die Frage nach dem Umgang der evangelischen Kirche mit antisemitischen Phänomenen kurz und prägnant zusammen, während die Tagungsdokumentation der Berliner Akademie versucht, die Trennung zwischen historischer und aktueller Forschungsperspektive zu überwinden.


