Religiöse Bildung in evangelischen Kitas

 
In Baden gibt es 638 evangelische Kindertageseinrichtungen.
 
Sie leisten einen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft. Sie bieten anregende Lernumwelten für Kinder, so dass diese eine umfassende Förderung erfahren und sich selbst bilden können. Sie sind interessiert an einer individuellen Mündigkeit, die sich in pluralistischen Lebensverhältnissen bewährt. Sie verstehen sich als Bildungseinrichtungen, ohne jedoch den Betreuungsauftrag zu vergessen. Dabei nehmen sie den Orientierungsplan auf und realisieren diesen mit einem erkennbaren evangelischen Profil.
 
 
 

Was bietet eine evangelische Kindertageseinrichtung? Worin zeigt sich das spezifisch evangelische Profil? In welchem Licht sieht christlicher Glaube Kinder? Wie wirkt sich diese Sicht im Alltag einer Kindertageseinrichtung aus? Antwort auf diese Fragen gibt das "Profil evangelischer Kindertageseinrichtung in Baden". Wo evangelisch draufsteht, soll auch evangelisch drin sein - und das in erkennbaren Eckpunkten.
 
Zum Profil evangelischer Kindertageseinrichtungen gehört auch
  • Religion von Anfang an, also auch bei Kindern im Alter von 0 - 3 Jahren
  • ein aktives und sensibles Miteinander der unterschiedlichen Kulturen, Religionen und Weltanschauungen
  • die Stärkung der Kinder für die Herausforderungen des Lebens (Resilienz) durch Religion
  • die Wertschätzung von Vielfalt, Ermächtigung zu und Ermöglichung von Teilhabe (Inklusion)
  • Erziehungspartnerschaft mit den Eltern auch in religiösen Fragestellungen und Themen.
 
 
Das Evang. Profil - Kurzfassung
Den überarbeiteten Flyer zum Evangelischen Profil gibt es jetzt auch in folgenden Sprachen: englisch, französisch, türkisch und russisch. Zum Weitergeben an die Eltern.
 
 
 
 
 

Eine Handpuppe und ein ganzheitliches Kita-Konzept, das die Bewahrung der Schöpfung in den Mittelpunkt stellt: Das Grüne Küken.
 
Das Grüne Küken ist ein Bestandteil des Evangelischen Profils. Es kombiniert umwelt- und religionspädagogische Ansätze. Denn Gottes Schöpfung umfasst die Umwelt im Sinne von Pflanzen und Tieren, aber auch die Mitmenschen.
 
Als eine der ersten Evangelischen KiTas in Baden hat die "Schatzkiste" in Sandhausen seit 2017 das Nachhaltigkeitskonzept „Grünes Küken“ der Evangelischen Landeskirche in Baden etabliert. Ein 4-minütige Filmbeitrag zeigt, wie sich das Konzept des „Grünen Kükens“ im KiTa-Alltag umsetzen lässt, wie engagiert die Erzieherinnen und die Kinder dabei sind und wie sich das „Grüne Küken“ in die Familien hinein auswirken kann: https://www.youtube.com/watch?v=CrwZOlF76Sg
 
Auch im Evangelischen Kindergarten Neckarburken ist das Grüne Küken geschlüpft.
 
Fortbildungsangebote zum Grünen Küken finden Sie im Fortbildungsprogramm des Bildungshauses Diakonie: https://www.diakonie-baden.de/bildungshaus/programme
 
Bei Fragen zum Grünen Küken wenden Sie sich an: Susanne Betz, Studienleiterin am Religionspädagogischen Institut Susanne.Betz@ekiba.de.
 
Zum Engagement der Evangelischen Landeskirche in Baden für Klimaschutz und die Bewahrung der Schöpfung informiert Sie außerdem das Büro für Umwelt und Energie.
 


 

Mit Paul auf Bibelreise - Wertevermittlung im Kindergarten

Der evangelische Paul-Gerhard-Kindergarten in Karlsruhe-Neureut hat ein besonderes religionspädagogisches Raumkonzept entwickelt. Es nennt sich „Mit Paul auf Bibelreise - Wertevermittlung im Kindergarten". Dabei ist jedem Raum in der Kita über eine biblische Geschichte ein christlicher Wert zugeordnet. Die Handpuppe Paul leitet durch die Geschichten, Räume und Werte. Hier ist der Link zu dem 5-minütigen Beitrag:  https://youtu.be/Juu27koVV-Y
 

SWR1 Begegnungen:

Das Beste für Kinder, Wolf-Dieter Steinmann trifft Susanne Betz.
Hier der Link zum Nachhören bzw. Nachlesen:  
 

Zeichen für den Frieden im Oberlin-Kindergarten Reilingen:

Kinder und Erzieherinnen setzen ein Zeichen, dass jedes Kind das Recht auf ein angstfreies Heranwachsen inmitten einer friedvollen Welt hat:

Schau mal - Mit Bilderbüchern Gottes Welt entdecken

Mit dem neuen Angebot „Schau mal – Mit Bilderbüchern Gottes Welt entdecken“ lädt das Evangelische Literaturportal junge Familien und Kitagruppen ein, mit Bilderbüchern auf eine Reise in Gottes Welt zu gehen. Monatlich wird ein Bilderbuch (neue Titel und Klassiker bunt gemischt) vorgestellt, das wichtige Themen aus dem Kinderalltag und/oder die Themen des Kirchenjahres behandelt. Neben der Vorstellung des Buches werden leicht umzusetzende Anregungen zum kreativen Umgang mit dem Buch in Hinblick auf Lebens- und Glaubensthemen vorgestellt. Entwickelt werden sie von einer Arbeitsgemeinschaft aus Religionspädagog*innen, Theolog*innen und Literaturvermittler*innen aus verschiedenen Landeskirchen der EKD. Das Angebot möchte einen weiteren Beitrag zur Leseförderung leisten, Kitas neue Impulse für ihre Arbeit und Familien Anregungen bieten, gemeinsam in die Welt der Bilderbücher einzutauchen und ins Gespräch über Gott und die Welt zu kommen.
 
Das Angebot kann über einen monatlichen Newsletter (https://www.eliport.de/unsere-newsletter/) bezogen oder auf der Eliport-Homepage (www.eliport.de/schau-mal-mit-bilderbuechern-gottes-welt-entdecken/) heruntergeladen werden. Auch auf dem Instagram-Account evangelisch.lesen können Anregungen zum aktuellen Bilderbuch entdeckt werden.
 

Anlässlich des Krieges in der Ukraine ist am 01. April ein Sondernewsletter zum Bilderbuch „Meine liebsten Dinge müssen mit“ erschienen

In diesem Buch muss ein kleines Mädchen seine Heimat verlassen und kann nur einen kleinen Koffer mitnehmen. Der einfache Text erzählt unaufgeregt vom Aufbruch einer Familie in ein neues Leben und vom Abschied von liebgewordenen Menschen und Dingen. Der Newsletter gibt Anregungen, wie man in der Familie über dieses Thema sprechen kann, bietet einen Link zu textlosen Bilderbüchern und Ideen wie z.B. Kita-Gruppen neue Kinder willkommen heißen können. 
 
 

Biblische Geschichten als Klatschspiele

Kinder lieben Klatschspiele. Sie spielen sie in der Regel ganz eigenständig, weil sie den Text schnell auswendig kennen und Spaß an der gemeinsamen rhythmischen Klatschbewegung haben. Die seit Jahrzehnten bekannte Variante „Bei Müllers hat’s gebrannt“ ist der beste Beweis, hat sie sich doch über Generationen bis heute erhalten. Allerdings ist der Text bei näherer Betrachtung doch etwas fragwürdig. Was liegt also näher, als die Form des Klatschens mit einem Text zu verbinden, der Kindern Gottes Nähe, seine Liebe und seinen Segen zusagt.
 
 

Bilderbücher machen Kinder stark - Bilderbücher, die Resilienz bei Kindern fördern - Zusammenstellung von Bilderbüchern, die Resilienz bei Kindern fördern

Unter Resilienz versteht man die Fähigkeit, erfolgreich mit belastenden Situationen umgehen zu können. Zentrale Fragen: Was kann das Kind schon? Was macht es stark? Stark nicht im Sinne von sich durchsetzen, nicht weinen, nicht schwach wirken, sondern eigene Stärken weiterentwickeln, seine Einzigartigkeit erkennen, Wertschätzung erfahren. Damit ein Kind resilient wird, ist mindestens eine liebevoll zugewandte, verlässliche Bindungsperson innerhalb oder außerhalb der Familie wichtig.
 
 
Resilienz und Bilderbücher
 
Eine besondere Bedeutung bei der Entwicklung von Resilienz haben Bilderbücher. Das sind Bücher, die:
  • Kinder in Krisen begleiten
  • Kinder ermutigen
  • Kindern neue Handlungsmöglichkeiten erschließen
  • zeigen, wie man mit Emotionen und Konflikten umgeht
  • helfen, Brüche im Leben zu verstehen und ihnen dadurch den Schrecken zu nehmen
  • verschiedene kulturelle und soziale Welten zeigen und für Verständnis werben
  • dem eigenen Leben einen Sinn geben
Kinder können an Tieren oder Menschen erfahren, wie schwierige Situationen gemeistert werden können. Dies muss nicht 1:1 zur Realität erfolgen, sondern kann auch in eine Phantasiegeschichte eingebettet sein. Die Bücher sind im Buchhandel erhältlich oder in der Medi@thek des RPI einzusehen und auszuleihen.
 

Begrüßungsgottesdienst für neue Kinder in Kindertageseinrichtungen

Als Impuls zur Begrüßung neuer Kinder in Kitas ist ein Gottesdienst "Jesus hat die Kinder lieb" entstanden. In seinem Zentrum steht die biblische Erzählung von der Kindersegnung (Markusevangelium 10, 13-16), die anschaulich mit Schuhen dargestellt wird.


Nachgefragt - Abschied vom Kindergarten

Für viele Kinder, die nach den Sommerferien eingeschult werden, steht mit dem Abschied vom Kindergarten eine große Veränderung an. Susanne Betz, Studienleiterin am Religionspädagogischen Institut der Evang. Landeskirche in Baden, erklärt, wie das Segensritual in einem Abschiedsgottesdienst Kinder im Übergang stärken kann.
Welche Rolle spielt der Segen für die Kinder?
Der Übergang vom Kindergarten zur Schule ist für Kinder mit zwiespältigen und aufregenden Gefühlen verbunden. Je besser der Abschied im Kindergarten mit Ritualen gestaltet wird, umso besser kann diese Veränderung verarbeitet werden. Wenn sie in einem Abschiedsgottesdienst Gottes Segen erhalten, dann kommt dazu jedoch noch eine übergreifende Botschaft: Bei allem, was sich verändert, gibt es eine Konstante - Gott geht mit, was auch immer kommen mag. Das Wissen um die Allmacht Gottes schafft Zuversicht.
Können Kinder das verstehen?
Im Segen ist das sichtbar und spürbar! Durch die Geste bleibt diese emotionale Stärkung nicht abstrakt. Die Kinder erfahren: Das gilt mir! Ich bin wichtig! Und wenn man dabei in ihre Gesichter schaut: Sie strahlen und lächeln, und man hat den Eindruck, sie sind gerade drei Zentimeter größer geworden. Bei aller großen Angst und der Abschiedstrauer ist da ja auch die Herausforderung, das ersehnte Größerwerden. Und den Kindern sagt der Segen: Das schaffst du! Das traue ich dir zu!
Auch die Eltern haben einen Übergang vor sich...
Ja, auch ihnen tut der Segen gut. Dieses Abschiedsritual bereitet sie vor auf die Ablösung, die sie zum Schulanfang bewältigen müssen, wenn ihr Schulkind in seine neue, unabhängige Lebensphase tritt. Sie müssen ein Stück loslassen, aber da bleibt Gott, der nie loslässt. Der kirchliche Rahmen ist an der Stelle ein guter Raum für solche Übergangsrituale. Auch der Einschulungsgottesdienst, der immer am Anfang des ersten Schultags steht: Erst kann sich das Kind und die Familie Beistand und Stärkung holen, dann geht es in die Schule.
 
 


 

Die religionspädagogischen Fortbildungen und Angebote zum Evangelischen Profil finden sich im Fortbildungsprogramm des Bildungshauses Diakonie:
 
Weitere regionale Fortbildungsangebote werden von den Referent*innen für das Evangelische Profil vor Ort angeboten. Infos und Kontakte finden sich auf den Homepages der jeweiligen Schuldekanate.
  

Ansprechpersonen

Susanne Betz

Studienleiterin am Religionspädagogischen Institut, zuständig für Religiöse Bildung und das Evangelische Profil in Kindertageseinrichtungen und Kirchenpädagogik