Biblische Geschichten als Klatschspiele
Kinder lieben Klatschspiele. Sie spielen sie in der Regel ganz eigenständig, weil sie den Text schnell auswendig kennen und Spaß an der gemeinsamen rhythmischen Klatschbewegung haben. Die seit Jahrzehnten bekannte Variante „Bei Müllers hat’s gebrannt“ ist der beste Beweis, hat sie sich doch über Generationen bis heute erhalten. Allerdings ist der Text bei näherer Betrachtung doch etwas fragwürdig. Was liegt also näher, als die Form des Klatschens mit einem Text zu verbinden, der Kindern Gottes Nähe, seine Liebe und seinen Segen zusagt.
Bilderbücher machen Kinder stark - Bilderbücher, die Resilienz bei Kindern fördern - Zusammenstellung von Bilderbüchern, die Resilienz bei Kindern fördern
Unter Resilienz versteht man die Fähigkeit, erfolgreich mit belastenden Situationen umgehen zu können. Zentrale Fragen: Was kann das Kind schon? Was macht es stark? Stark nicht im Sinne von sich durchsetzen, nicht weinen, nicht schwach wirken, sondern eigene Stärken weiterentwickeln, seine Einzigartigkeit erkennen, Wertschätzung erfahren. Damit ein Kind resilient wird, ist mindestens eine liebevoll zugewandte, verlässliche Bindungsperson innerhalb oder außerhalb der Familie wichtig.
Resilienz und Bilderbücher
Eine besondere Bedeutung bei der Entwicklung von Resilienz haben Bilderbücher. Das sind Bücher, die:
- Kinder in Krisen begleiten
- Kinder ermutigen
- Kindern neue Handlungsmöglichkeiten erschließen
- zeigen, wie man mit Emotionen und Konflikten umgeht
- helfen, Brüche im Leben zu verstehen und ihnen dadurch den Schrecken zu nehmen
- verschiedene kulturelle und soziale Welten zeigen und für Verständnis werben
- dem eigenen Leben einen Sinn geben
Kinder können an Tieren oder Menschen erfahren, wie schwierige Situationen gemeistert werden können. Dies muss nicht 1:1 zur Realität erfolgen, sondern kann auch in eine Phantasiegeschichte eingebettet sein. Die Bücher sind im Buchhandel erhältlich oder in der Medi@thek des RPI einzusehen und auszuleihen.
Begrüßungsgottesdienst für neue Kinder in Kindertageseinrichtungen
Als Impuls zur Begrüßung neuer Kinder in Kitas ist ein
Gottesdienst "Jesus hat die Kinder lieb" entstanden. In seinem Zentrum steht die biblische Erzählung von der Kindersegnung (Markusevangelium 10, 13-16), die anschaulich mit Schuhen dargestellt wird.
Nachgefragt - Abschied vom Kindergarten
Für viele Kinder, die nach den Sommerferien eingeschult werden, steht mit dem Abschied vom Kindergarten eine große Veränderung an. Susanne Betz, Studienleiterin am Religionspädagogischen Institut der Evang. Landeskirche in Baden, erklärt, wie das Segensritual in einem Abschiedsgottesdienst Kinder im Übergang stärken kann.
Welche Rolle spielt der Segen für die Kinder?
Der Übergang vom Kindergarten zur Schule ist für Kinder mit zwiespältigen und aufregenden Gefühlen verbunden. Je besser der Abschied im Kindergarten mit Ritualen gestaltet wird, umso besser kann diese Veränderung verarbeitet werden. Wenn sie in einem Abschiedsgottesdienst Gottes Segen erhalten, dann kommt dazu jedoch noch eine übergreifende Botschaft: Bei allem, was sich verändert, gibt es eine Konstante - Gott geht mit, was auch immer kommen mag. Das Wissen um die Allmacht Gottes schafft Zuversicht.
Können Kinder das verstehen?
Im Segen ist das sichtbar und spürbar! Durch die Geste bleibt diese emotionale Stärkung nicht abstrakt. Die Kinder erfahren: Das gilt mir! Ich bin wichtig! Und wenn man dabei in ihre Gesichter schaut: Sie strahlen und lächeln, und man hat den Eindruck, sie sind gerade drei Zentimeter größer geworden. Bei aller großen Angst und der Abschiedstrauer ist da ja auch die Herausforderung, das ersehnte Größerwerden. Und den Kindern sagt der Segen: Das schaffst du! Das traue ich dir zu!
Auch die Eltern haben einen Übergang vor sich...
Ja, auch ihnen tut der Segen gut. Dieses Abschiedsritual bereitet sie vor auf die Ablösung, die sie zum Schulanfang bewältigen müssen, wenn ihr Schulkind in seine neue, unabhängige Lebensphase tritt. Sie müssen ein Stück loslassen, aber da bleibt Gott, der nie loslässt. Der kirchliche Rahmen ist an der Stelle ein guter Raum für solche Übergangsrituale. Auch der Einschulungsgottesdienst, der immer am Anfang des ersten Schultags steht: Erst kann sich das Kind und die Familie Beistand und Stärkung holen, dann geht es in die Schule.