Baden-Durlach

Die Markgrafschaft Baden bestand aus weit verstreuten Gebieten, die Markgraf Christoph I. 1515 unter seine Söhne aufteilte. Im Laufe des 16. Jahrhunderts kam es öfter zu Erbteilungen, so dass der „Flickenteppich“ Baden noch weiter in einzelne Gebiete zerfiel. Die Linie Baden-Durlach, gegründet von Markgraf Ernst (ab 1535), residierte damals noch in Pforzheim, sein Bruder Bernhard in Baden-Baden.

Ebenso vielschichtig wie die politische Entwicklung verlief in Baden die Einführung der Reformation. Markgraf Ernst verhielt sich der reformatorischen Bewegung gegenüber eher abwartend. Erst sein Sohn, Karl II., führte 1556 die Reformation ein und erließ eine Kirchenordnung. Diese orientierte sich am Katechismus des württembergischen Reformators Johannes Brenz.

Karl II. war sowohl mit dem Herzog von Württemberg, der lutherisch war, als auch mit dem reformierten Kurfürsten von der Pfalz verwandt. Er wollte es sich mit keinem verderben, doch stand er dem reformierten Bekenntnis sehr kritisch gegenüber. Er selbst wandte sich dem lutherischen Glauben württembergischer Prägung zu. In den südlichen Landesteilen („Markgräflerland“) gab es Schwierigkeiten wegen der Nachbarschaft zu den Territorien des Erzherzogs Ferdinand, der die Reformation zu verhindern versuchte.

Die Menschen in der Markgrafschaft mussten mehrfach die Konfession wechseln, teils weil die jeweiligen Herrscher durch die kaiserlichen Habsburger unter Druck gesetzt wurden, teils durch die Erbfolge bedingt, denn im Haus Baden gab es Lutheraner, Calvinisten und Katholiken, die wechselweise die Herrschaft übernahmen.

So gestaltete sich das „Tauziehen“ um die rechte Konfession in den verschiedenen badischen Landesteilen besonders heftig und wechselhaft.

1565 verlegte Karl II. seine Residenz von Pforzheim nach Durlach, das damit dieser Linie den Namen gab.