Gengenbach

Straßburg wurde nach 1521 schon bald ein wichtiges protestantisches Zentrum am Oberrhein. Auch nach Gengenbach kamen Prediger aus Straßburg und wurden vom Rat der Stadt mit offenen Armen empfangen. Dieser stellte bald einen Pfarrer ein, der reformatorisch predigte.

Auch unter dem Einfluss des nahen Württemberg nahmen viele Orte im Kinzigtal die Reformation an, jedoch hing die Gründung evangelischer Gemeinden sehr stark von den jeweiligen Landesherren ab.

Auf dem Reichstag zu Augsburg 1530 bekannte sich Gengenbach zur Lehre Luthers und nannte sich später stolz „protestantische Reichsstadt“. In der Martinskirche fanden evangelische Gottesdienste statt, doch das Benediktinerkloster im Zentrum bestand weiterhin.

Bald wünschten sich die Bürger, die Pfarrer mögen doch alles aufschreiben, was für den evangelischen Glauben wichtig war, damit die Kinder und Erwachsenen darin richtig unterrichtet werden könnten. So erhielt Gengenbach schon 1545 einen eigenen Katechismus, noch bevor in den badischen Territorien und in der Kurpfalz die Reformation überhaupt eingeführt wurde.

Doch nur kurze Zeit später setzte der katholische Kaiser Karl V. durch, dass Gengenbach und das ganze untere Kinzigtal zum „alten Glauben“ zurückkehrte. Die Evangelischen wurden zwar nicht gezwungen, ihren Glauben aufzugeben. Doch da ausschließlich katholische Priester Taufen und Trauungen vollziehen durften, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis die ganze Bevölkerung in Gengenbach wieder katholisch geworden war. Auch die Martinskirche wurde rekatholisiert, und bis heute ist das untere Kinzigtal vorwiegend katholisch geblieben.