Crailsheim

Die Markgrafschaft Brandenburg-Ansbach-Kulmbach, ein Gebiet, das heute teils im nordöstlichen Teil Baden-Württembergs, teils in Franken liegt, war eines der Territorien im Südwesten Deutschlands, in dem außer in den Reichsstädten sehr bald die Reformation Eingang fand. Dies geschah vor allem durch einzelne Prediger, z.B. in der Residenzstadt Ansbach und in Crailsheim, wo Adam Weiß seit 1521 evangelisch predigte.  Markgraf Kasimir setzte dem keinen Widerstand entgegen. 1524 stellten Berater des Markgrafen eine Liste mit Streitfragen zwischen den Evangelischen und den Altgläubigen auf, zu denen die Theologen im Territorium, aber auch die Reichsstädte in der Nähe eine Gutachten abgeben sollten. Es kam jedoch zu keiner Entscheidung, das Ergebnis war lediglich die Forderung nach einer „unverfälschten Predigt des Wortes Gottes“.

Mit Rücksicht auf den Widerstand der Altgläubigen und auf Bischöfe und den Kaiser wagte es Markgraf Kasimir nicht, die Reformation in seinem Gebiet zu fördern, es blieb bei einigen halbherzigen Kompromissen, z.B. der Taufe in deutscher Sprache oder der Austeilung des Weins beim Abendmahl an alle Gläubigen. Erst sein Bruder und Nachfolger Markgraf Georg entschloss sich zu weiteren Maßnahmen. Sein Berater wurde Johannes Brenz aus Schwäbisch Hall.

Kurz vor dem Augsburger Reichstag 1530 gab es einen ersten Entwurf einer Kirchenordnung für die Markgrafschaft. Unterbrochen vom Augsburger Reichstag, kostete es viele Beratungen mit Brenz sowie mit Ansbacher und Nürnberger Theologen, bis die neue „brandenburgisch-nürnbergische Kirchenordnung“ 1533 erscheinen konnte. Sie wurde mit ihren Ausführungen über die Lehre, über den Gottesdienst und andere Punkte eine der wichtigsten Kirchenordnungen der Reformationszeit und ist von vielen Städten und Herrschern übernommen worden.