Waldshut

In Waldshut verliefen die Ereignisse um die Einführung der Reformation besonders heftig, ihre Wirkungen waren aber nur von kurzer Dauer.

Waldshut gehörte zu Beginn des 16. Jahrhunderts zu Vorderösterreich, das streng katholisch war. Das Wirken des Reformators Ulrich Zwinglis in der nahen Schweiz wurde jedoch auch hier schnell bekannt.

1521 tauchte der Pfarrer Balthasar Hubmaier in Waldshut auf. Er war von Zwingli stark beeinflusst, lehnte jedoch im Gegenatz zu diesem die Kindertaufe radikal ab. Nachdem er sich selbst ein zweites Mal hatte taufen lassen und viele Waldshuter seinem Beispiel gefolgt waren, musste er fliehen. Er endete später in Wien als „Ketzer“ auf dem Scheiterhaufen.

In den Bauernaufständen, die in vielen Gegenden 1525 ausbrachen, unterstützten die Waldshuter Bauern die Klettgauer im Kampf gegen die Fürstengruppen, wurden jedoch besiegt und mussten sich ergeben. Daraufhin wurden die Anführer grausam bestraft, die habsburgischen Truppen nahmen die Stadt ein und zwangen die Bewohner, wieder katholisch zu werden.

Abgesehen von einer kurzen Episode etwa dreißig Jahre später, in der sich die Landgrafen im Klettgau, Wilhelm und Alwin von Sulz, der evangelischen Lehre annäherten, jedoch auf Druck von Kaiser Ferdinand katholisch blieben, gab es in Waldshut keine reformatorischen Bestrebungen mehr. Bis heute sind die Evangelischen dort eine Minderheit.